Wusyén-Naturheilkunde in Prävention und Therapie

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Patienteninfo > Laboranalyse > Referenzbereich

Normwert oder Referenzbereich in der Labordiagnostik

geralt / Pixabay
In der Labordiagnostik wird oftmals vom „Normwert“ gesprochen und der Versuch unternommen, mithilfe eines Normwertes bestimmte Zustände des menschlichen Organismus zu vergleichen.
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Als Richtgröße für Labormesswerte gibt es neben den Begriffen „Normwert“ und „Normbereich“ zusätzlich die Begriffe „Normalwert“, „Referenzwert“ oder „Referenzbereich“. Im Grunde genommen bedeuten alle Begriffe das Gleiche.
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Für die folgenden Ausführungen habe ich mich für den „Referenzbereich“ entschieden. Meiner Meinung nach umschreibt dieser Begriff am besten die hier dargestellte Problematik.

Kann ein Laborwert über krank oder gesund entscheiden?


Wann ist eine Person an Hand eines Laborwertes krank oder gesund?
Wann liegen Mangelerscheinungen oder gesundheitliche Risiken vor?
Was ist, wenn der Laborwert am oberen oder unteren Ende innerhalb des Referenzbereiches liegt?
Was ist, wenn sich der Laborwert außerhalb des Referenzbereiches befindet?

Sicher gibt es bei der Beantwortung der Fragen nicht nur eine richtige oder falsche Antwort. Und es gibt bestimmt ebenso viele Antworten bzw. Interpretationsmöglichkeiten bei der Analyse eines Laborwertes.

Wie wird ein Referenzbereich ermittelt?


Für die Festlegung eines Referenzbereiches werden Laborwerte von vielen „gesunden“ Personen ermittelt. Da auch bei gesunden Personen die Werte einer natürlichen Schwankung unterliegen, werden nur ca. 95 % der Personen statistisch erfasst. Die verbleibenden ca. 5 %, die am oberen und unteren Ende des Schwankungsbereiches liegen, fallen somit aus dem Referenzbereich heraus.

Wenn Sie z. B. gesund sind und zu den vorgenannten ca. 5 % gehören, dann könnten Sie anhand eines Laborwertes als krank diagnostiziert werden. Oder Sie fühlen sich krank, obwohl Ihre Laborwerte innerhalb des Referenzbereiches liegen.

Sind Sie männlich oder weiblich, jung oder alt, körperlich oder geistig aktiv? Egal, wie Sie sind, fast immer gilt nur ein Referenzbereich für den jeweiligen Laborwert.

Referenzbereiche widerspiegeln immer den Durchschnitt der Bevölkerung eines Landes. Wie wirken sich zunehmende schädliche Umwelteinflüsse, Monokulturen in der Landwirtschaft, ein ungesunder Lebensstil und psychische Belastungen auf die Bevölkerung aus? Es ist zu vermuten, dass auch die "gesunden" Personen, die einen bestimmten Referenzbereich repräsentieren, von diesen Einflüssen betroffen sind. In der Folge würde dann eine mögliche Unterversorgung an bestimmten Mikronährstoffen im menschlichen Organismus überhaupt nicht bemerkt werden.

Sind Laborwerte vergleichbar?


Die Ermittlung der Laborwerte ist vorallem abhängig vom zu untersuchenden Material und der angewandten Test-/Messmethode. In Deutschland gibt es dafür keinen einheitlichen Standard.

Wenn Sie einen bestimmten Laborwert z. B. bei drei verschiedenen Laboren analysieren lassen, dann erhalten Sie nach meinen Erfahrungen mit großer Wahrscheinlichkeit drei unterschiedliche Laborergebnisse mit drei verschiedenen Referenzbereichen und drei verschiedenen Volumeneinheiten. Ein direkter Vergleich ist nur bedingt möglich.

Laborwerte sind eine wertvolle Orientierungshilfe


Aus den vorgenannten Ausführungen wird ersichtlich, dass es nicht den „einen“ Laborwert für die „eine“ Person gibt.

Da der Laborwert nicht nur von der Untersuchungsmethode sondern auch von der Probenentnahme und den Transportbedingen abhängig ist, sollten die Ergebnisse als wertvolle Orientierungshilfe und immer im Zusammenhang mit anderen diagnostischen Untersuchungen betrachten werden.

Um Fehlinterpretationen bei Über- oder Unterschreiten des Referenzbereiches zu vermeiden, sollte ggf. die Laboranalyse wiederholt werden.
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